Wer sind die Unterdrückten?

Diese ernst gemeinte Frage einer jungen Studierenden machte mir klar, dass bei ihr der Wortschatz der siebziger und achziger Jahre nicht mehr angekommen war, dass sie in einem völlig anderen Denkrahmen und Soziotop aufgewachsen war.
Es ist auch das Erstaunen der jungen MigrantInnen und auch von Studierenden aus anderen europäischen Ländern, die von unseren emanzipatorischen und sozialen Auseinandersetzungen nie gehört hatten, dass es hierzulande wilde Auseinandersetzungen, Protestbewegungen und internationale Solidaritätsarbeit gab.

Auf dieser Spur versuchte ich auch gerade, etwas über den Begriff und die Qualitäten der "Armen" zusammenzustellen, wie es zum Verständnis von Paulo Freire, der Befreiungstheologie und dem Theater der Unterdrückten notwendig ist.

Bei Jean Ziegler fand ich schöne historische Tiefe, die auch zur Ästhetik der Unterdrückten passt, dem letzten Buch und der Theorie von Augusto Boal, noch nicht in deutsch erschienen sind:
http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Die_%C3%84sthetik_der_U...

Augusto Boal kämpfte in den letzen Jahrzehnten nicht mehr gegen Militärdiktaturen, sondern gegen die Vermüllung unserer
Denksysteme. Sein Buch ist noch nicht übersetzt, aber ich konnte einige Jahre seinen Gedanken folgen und sammle ein paar Assoziationen:

Jean Ziegler schreibt über die Wütenden und das Recht auf Leben:

„Und die Armen? Sie haben keine Ideologie mehr. Der Neoliberalismus hat ihnen das Gehirn leer gewaschen. Ihnen bleibt nichts als ein elementares, starkes Gerechtigkeitsgefühl, die unauslöschliche Forderung nach einem »Recht auf Leben« - eine Forderung, ähnlich den Beschwerden, die bei den Generalständen von 1789 die Allerärmsten unter den Mittellosen erhoben, all jene Elenden und Hungernden, die auf die Hinrichtung Ludwigs XVI. und die Radikalisierung der Revolution warten mussten, bevor sie die Bühne der Weltgeschichte stürmen konnten.
Man nannte sie die Enragés, die Wütenden. Einer ihrer ersten Wortführer war der Priester Jacques Roux, und er war es auch, der als Erster vom Recht auf Leben sprach.1 “

Der ehrliche Bezug auf die Menschenrechte (nicht als Begründung für Rohstoff-Befreiungskriege) als recht auf Leben, Nahrung, Wohnen außer den kapitalgeregelten Märkten ist noch nicht bei allen deformierten Denkstrukturen durchsetzbar: Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen?

zur untergehenden Arbeiterkultur ...

„Die Arbeit wurde ihrer Würde beraubt, sie ist extrem gefährdet, aber gleichzeitig tun sich vor dem Erwerbstätigen schier unbegrenzte Möglichkeiten auf: Er wird im Laufe seines Lebens praktisch bruchlos von einem Beruf zum nächsten wechseln ...“2

„Philippe Zarifian gibt von den real existierenden Individuen im Zeitalter dss weltweiten Siegeszuges des globalisierten Kapitals
folgende Definition: »Kümmerformen von sozialen Wesen, anfällig, geschwächt, den großen Systemen Wirtschaft, Verwaltung, Justiz hilflos ausgeliefert.«3

Saint-Just und Salvador Allende, ... Autonomie des Individuums, ...

»... Es gibt zwischen den Menschen gemeinsame Neigungen und Vorstellungen, die sich dies klarzumachen vermögen, insofern diese Neigungen in ihren sich überschneidenden Seelenregungen zueinander passen. Anstatt einander aufzuheben oder zu schwächen, verstärken sie einander und vermehren die Kraft jedes einzelnen und aller. Man darf daher vermuten, dass die Praxis der Großmut etwas Gutes ist.«4

Bewegungen wie MST, die brasilianischen Landlosen, denen der spätfeudale Großgrundbesitz immer noch die Äcker verweigert, jetzt, weil sie für Biosprit gebraucht werden könnten.

Großmut ...
Die Fronten des Widerstandes:
1.Gewerkschaften
2.Bauernbewegungen
3.Frauenrechte
4.indigene
5.Umweltbewegungen
6.soziale Bewegungen attac, NGOs zu Schuldenerlass, Kinderarbeit,ai, ...

South Group Network Harare? Das lebende Internet5
Basisdemokratie überall soziale Gleichgewichte Bewahrung
öffentlicherGüter 247
Wenn sich die internationalen Waffenschieber wieder in München treffen
Kollektivgedächtnis lokal, indigen,
TINA und attac „unsterbliche Giganten“6
Weißkittel Tute Bianche
Weltsozialforen
Warnung an Hep?
Märsche, reclaim, 268 Alphabetisierung, Freire, MST 275
Beim Ökumenischen Kirchentag in München an den Empfang der
Waffenschieber erinnern?

„Die Freiheit ist nur ein eitles Hirngespinst, wenn eine Klasse die
andere ungestraft aushungern kann. Die Gleichheit ist nur ein eitles
Hirngespinst, wenn der Reiche mithilfe seines Monopols über Leben und
Tod seiner Mitmenschen entscheidet.“ Enragés 25. Juni 1793

NICHTS ZU VERBERGEN
Mehr Verantwortung bei der Polizei
http://www.amnesty.de/polizei